Web 2.0 – mit diesem Begriff verbindet mich irgendwie eine Art Hassliebe.
Nun, wie immer man dem Begriff auch gegenüber steht – Web 2.0 ist einer der am häufigsten genutzten Begriffe des Jahres 2008.
Aber was genau ist nun eigentlich Web 2.0?
Runde Ecken? Bunte Button? Header-Grafiken mit Flash gebastelt? Oder einfach nur die Möglichkeit sich über das Internet mitzuteilen?!
Ich persönlich finde den Begriff “Web 2.0″ irgendwie merkwürdig. Gut; genau genommen eigentlich eine gute Idee das Thema Internet mal wieder aufleben zu lassen und das ganze Thema irgendwie zu vermarkten. Aus Marketing-technischer Sicht macht ein Schlagwort “Web 2.0″ schon Sinn. Diejenigen, die den Begriff geprägt haben wissen ganz genau was gemeint ist und alle anderen sind zumindest beeindruckt. Klingt gut, klingt wertig. Klingt groß und beeindruckend. Alles das, was jetzt auf einmal möglich ist fällt unter Web 2.0. Alles andere irgendwie auch…
Menschen, die auf einschlägigen Internetseiten über Ihre Nachbarn herziehen. Andere, die Lobeshymnen über Ihren Bäcker an der Ecke schreiben. Und wieder andere, die einfach mal so der ganzen Welt mitteilen, was sie sich zu Weihnachten und Ostern wünschen, während sie gerade in der Karibik surfen und tauchen…
Und wieder andere wie mich, die Ihren Gedanken mit Buchstaben Ausdruck verleihen und eben diese Gedanken ins Netz stellen und sich irgendwie in keinem Moment Ihres Tuns auch nur Ansatzweise die Frage stellen, ob es auch nur einen einzigen Menschen da draußen interessiert.
Ich kann mich noch ziemlich gut an meine erste Internetseite erinnern. Damals in HTML 1.0.
Wahrscheinlich eine der schlimmsten und hässlichsten Seiten, die die Welt je gesehen hatte. Aber auch damals war’s irgendwie schon Web 2.0.
Okay, ich hatte keine runde Ecken und keen Schnickschnack. Aber es war meine Seite – meine Gedanken…
Web 2.0
Am Ende meint der Begriff genau das wovon das Internet lebt. “User generated content”.
User generated content ist das World Wide Web aber im Grunde seit Anbeginn eben dieses selbst. Das Internet war ja nichts, was fertig “gebaut” oder in den Inhaltsstrukturen fix und fertig geschaffen war. User haben das Internet von Anfang an geprägt und geformt. Erst einige wenige aufgrund der technischen und infrastrukturellen Zugangsbeschränkungen und irgendwann dann zunehmend mehr.
In manchen Momenten frage ich mich, was wir wohl alle ohne die permanent über uns befindliche Datenwolke und ohne den Zugang zum weltweiten Informations- und Datennetz nur alle machen würden. Ohne RSS-Feeds, ohne eMails, ohne Webseiten, ohne Wikis, ohne Social Networks und ohne Übersetzungsdienste…
Am Ende kann ich mir das garnicht mehr vorstellen. Ich gehöre zu der Generation die keine gedruckten Stadtpläne benötigt. Ich habe keine gedruckte Fernsehzeitung abboniert. Genau genommen bräuchte ich noch nicht ein mal einen Fernseher… Geschweige denn Videorekorder oder sowas altmodisches
Ich bin gespannt was Web 3.0 bringt!
Vielleicht Lösungen für die Probleme, die das Web 2.0 gebracht hat…
PS: Und trotzdem – Ich liebe das Web!
Posted under
WWW